- Entscheiden Sie sich für den richtigen Schwerpunkt. Zum Beispiel sind Systemtechniker Server-Fachleute. Wenn sie während der Lehrzeit kaum an einen Server herankommen ist eventuell der Schwerpunkt Support der bessere Ansatz.
- Lehrmeister und Fachvorgesetzte sind Informatik-Fachleute und kennen sich in der Methodik und Systematik aus und setzen diese konsequent ein.
- Ein wichtiger Schlüssel einer guten Lehre liegt bei der richtigen Rekrutierung der Lernenden. Es lohnt sich, die Rekrutierung ernst zu nehmen und junge Menschen mit hohem Interesse zu berücksichtigen, bei denen Informatik und Sozialkompetenzen im Gleichgewicht stehen. Lassen Sie sich nicht von Freaks blenden – die Informatik von morgen hat nichts mit einsamen Hackern zu tun.
- Die Informatik-Lehre ist Praxis pur. Sorgen Sie durch einen guten, ausgewogenen Einsatzplan für die Grundlage des "learning by doing". Lehrlinge sind Mit-ARBEITER. Sie sind dazu da, im täglichen Prozess stark mitzuwirken. Es ist übrigens in allen Berufen normal, dass man die Arbeit der Lernenden fakturiert, einfach zu einem angemessenen Ansatz.
- Lernende sollen auch lernen, sich selber zu helfen. Servieren Sie nicht alles auf dem Silbertablett. Lernende sollen ruhig auch recherchieren müssen, lernen sich selber zu Helfen und Hilfsmittel richtig einsetzen.
- Spornen Sie die Lernenden zu guten Leistungen an. Die Informatik sucht Leute, die über dem Nebel des Durchschnitts herausschauen. Ihr wertvollster Beitrag für die Lernenden und die Firma ist, wenn Sie Lernende zu diesen Überdurchschnittlichen machen können.
- Regelmässige Standortbestimmungen unter Einbezug der Modulprüfungsergebnisse sind unerlässlich. Hier gilt es Klarheit zu schaffen, wo genau die jungen Leute stehen. Das laufend kumulierte Berufsschulzeugnis ist eine wertvolle Hilfe. Schon nach einem Jahr zeichnet sich die Abschluss-Note ab. Entsprechend müssen Sie Ziele setzen und wenn nötig auch handeln. Neben den schulischen Leistungen sollen die Lernenden auch eine Qualifikation bei der Arbeit in den Punkten Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz erhalten.
- Das vierte Lehrjahr ist das Berufstrainingsjahr, da ist der Lernende im typischen Berufsbild-Einsatz und arbeitet unter „Voll-Last“ mit. Auf diesem Gebiet wird dann gegen Ende der Ausbildung die individuelle Praxisarveit (IPA) gemacht. Wer eine praxisorientierte und einsatzreiche Lehre hatte, wird viel lernen und sich kaum um einen Einsatz danach sorgen müssen, falls die Lehrfirma keine nachfolgende Stelle anbieten kann.
- Die zweiwöchige IPA ist das Gesellenstück einer lernenden Person. Spass macht es, wenn man ein Produkt erarbeitet, das danach auch von Kunden eingesetzt wird. Die IPA zeichnet die Professionalität des Lernenden aus und ist ein Leistungsnachweis. Entsprechend sollte es zum Ehrgeiz gehören, dass man hier auch aus dem Nebel des Durchschnitts herausschaut.
- In der Lehre wird man zur Fachperson. Allerdings fehlt da wahrscheinlich noch etwas zum wirklich guten Informatiker mit 2-4 Jahren Praxis. Wie wäre es, wenn Sie mit einer einjährigen Nachlehrförderung Ihre Lehrabgänger zu dem von Ihrer Firma gerne gesuchten „Informatiker mit Erfahrung“ machen würden?
- Heute werden in allen Berufen weitergehende Ausbildungen nachgefragt. Dass man sich produkteorientiert weiterbildet, ist für jede Berufsperson eh klar: Neue Produkte, Materialien oder Fertigkeiten kennenlernen. Wirklichen Nutzen zieht man hingegen von Weiterbildungen mit eidg. Anerkennung: Höhere Berufsbildung mit eidg. Fachausweis und eidg. Diplom, Abschluss einer höheren Fachschule oder einer Fachhochschule. Nimmt man die Inserate der Firmen als Gradmesser, müssten zwei Drittel der Lehrabgänger/innen so eine Weiterbildung angehen.
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