Vernehmlassung Informatikpraktiker/in
Nach dem erfolgreichen Abschluss der ersten beiden Infopraktiker-Klassen und den sehr guten Erfahrungen und Validierungsberichten, sind wir nun daran, die grundsätzliche Einführung vorzubereiten. Dazu gehört die Erstellung der Bildungsverordnung, des Bildungsplans etc.
Die Dokumente gingen am 15.10.09 in die verbandsinterne Vernehmlassung. Dazu zählen die Lehrmeistervereinigungen, die Betriebe, die Kurskommissionen, die Prüfungskommissionen und die Informatikverbände. Alle sind eingeladen jetzt Ihre Meinung über dieses Berufsbild und die beigelegten Unterlagen zu äussern. Die Vernehmlassung dauert bis zum 7. November. Danach wird das Projektteam die Rückmeldungen bearbeiten, die definitive Fassung der Reformkommission vorlegen und das Ticket für die Einführung per 1.1.2011 beim BBT beantragen.
Die Meinung der Lehrbetriebe zählt besonders - ein Beruf soll so konzipiert sein, wie ihn die Wirtschaft braucht. Entsprechend bittet das Projektteam die Berufsbildner/innen um etwas Zeit für dieses Anliegen. Im Begleitbrief sind einige Fragen formuliert. Das
Projektteam erwartet nicht, dass z.B. im Bildungsplan jedes Detailziel kommentiert wird. Es wäre aber sehr froh, wenn Berufsbildner/innen aus den Betrieben zur Tabelle im Qualifikationsprofil Stellung nehmen könnten und die Leitziele im Bildungsplan, resp. zum Qualifikationsverfahren (Abschluss) in der Bildungsverordnung.
Die Stellungnahmen sind zu richten an:
Per E-Mail an Alfred Breu oder
per Post an folgende Adresse zu senden:
ZLI, Herr Alfred Breu, Hohlstrasse 550, 8048 Zürich.
Berufsbild
Berufs- und Tätigkeitsbeschreibung
Die Ausbildung soll im Umfeld von Informatikdienstleistungen zu den folgenden Tätigkeiten befähigen:
- Routinemässige Installation von Hardware und Software
- Wartung und einfache Fehlerbehebung an PC-Arbeitsplätzen und Peripheriegeräten
- Support für Benutzer/innen und Kund/innen
- Beratung und Verkauf von IT-Geräten
Voraussetzungen
Bescheidene bis mittlere Schulleistungen wie Sekundarstufe C oder schwache Sekundarschule B.
Berufsanforderungen
Praktisch begabte und kontaktfreudige Jugendliche, welche Schwächen in den schulischen Fächern haben. Wichtig ist ein gewisses Geschick mit technischen Geräten, das Interesse an der Informatik und vor allem Freude und Talent im Umgang mit Menschen.
Ausbildung
Die Ausbildung dauert zwei Jahre. Der Anteil der schulischen Bildung beträgt im Durchschnitt ein Tag pro Woche. Die überbetriebliche Bildung umfasst 21 Tage verteilt auf die beiden Lehrjahre.
Die fachkundliche Bildung und die überbetrieblichen Kurse bestehen aus mindestens 8 Informatikmodulen des Niveaus 1 oder 2 des Modulbaukastens von i-ch. Davon stammen mindesten 5 aus dem Kompetenzfeld Hardware Management. Für die einzelnen Module werden etwa 60-80 Lektionen eingesetzt. Fünf Module werden an der Berufsfachschule und drei in den überbetrieblichen Kursen absolviert. Für die Allgemeinbildung sind 240 Lektionen, für Sport 80 Lektionen in den zwei Jahren vorgesehen.
Das Qualifikationsverfahren besteht aus drei Fachnoten: Allgemeinbildung, Durschnitt der acht Informatikmodule und die individuelle praktische Arbeit (IPA) von 16 bis 32 Stunden im Betrieb. Die IPA zählt doppelt.
Arbeits- und Berufsverhältnisse
Die Bildung in der beruflichen Praxis orientiert sich an den vorhandenen Arbeitsprozessen und Aufträgen im Lehrbetrieb und die Lernenden sollen entsprechend ihrem Bildungsstand in produktiven Projekten eingesetzt werden.
Der Grossteil der Supportarbeiten für die Betreuung einer IT-Infrastruktur besteht aus einfachen Routinearbeiten – dem Aufgabenbereich von Informatikpraktiker/innen.
Weiterbildung
Der Abschluss Informatikpraktiker/in mit eidg. Berufsattest (EBA) ermöglicht den Einstieg in eine auf drei Jahre verkürzte Lehre mit Schwerpunkt Support (EFZ) sowie den Einstieg in ein erfolgreiches Erwerbsleben in der Informatik.
Weitere Informationen
- ZLI Zürcher Lehrmeistervereinigung Informatik
- Amt für Berufsbildung des Wohnkantons bzw. des Firmenstandortes
- Lokale Berufsinformationszentren

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